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unser Fritz 2/3 |
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| Zeche Unser Fritz 2/3 |
WAZ
17.09.2005 / LOKALAUSGABE / HERNE
Bilder grenzenloser Globalisierung
Klaus Schnocks-Meusen stellt "Horizontalverschmelzungen" in der
Künstlerzeche aus. Bilder aus unterschiedlichen Kulturen treffen
unvermittelt aufeinander.
Wie Ausblicke in andere Welten wirken die großflächigen Ölbilder im
Ausstellungsraum der Künstlerzeche Unser Fritz 2/3.
"Horizontalverschmelzungen" hat Klaus Schnocks-Meusen seine
Ausstellung genannt.
Antike griechische Skulpturen scheinen vor asiatischen Tempelfriesen zu
schweben und in indische Plastiken überzugehen. Aus einer wild wuchernden
tropischen Vegetation bewegen sich zwei glänzende amerikanische Straßenkreuzer.
Schemenhaft angedeutet stehen australische Ureinwohner vor einer
venezianischen Silhouette. In den Arbeiten von Klaus Schnocks-Meusen
treffen Bilder aus unterschiedlichen Kulturen und Zeiten unvermittelt
aufeinander. Collagenhaft hält er Szenen fest, wie wir sie oft aus den
Medien kennen. Seine Bilder wirken unruhig, sich in verschiedenen,
auseinanderströmenden Bewegungen auflösend. Kaum hat der Betrachter ein
Motiv entdeckt, wird er zum nächsten weitergeleitet. Verwirrende Details
lassen den Blick kaum Ruhe finden.
Seine Bilder entstehen als eine Mischung aus völlig Verschiedenem. Eigene
Reiseerfahrungen, Gesehenes und Gelesenes fließen in seine Bilder ein. Es
sind Bilder der Globalisierung, von einem Cross-Over der Kulturen, penibel
genau in altmeisterlicher Technik festgehalten. Es sind surreale oder
phantastische Bilder, obwohl uns die einzelnen Motive durch die Medien
bekannt scheinen. Bilder, die durch die Kombination von anderen Bildern
ganz neue Seherfahrungen schaffen.
Klaus Schnocks-Meusen sieht sich selbst als neutralen Beobachter.
Kommentarlos stellt er verschiedene Blickrichtungen nebeneinander. In
endlosen Geschichten erzählt er vom Nebeneinander von Unterschiedlichem.
Er enthält sich dabei scheinbar jeder Interpretation. Seine Bilder sind für
den Betrachter offen. "Zu sehr sollte man sich aber nicht in die
Details verlieren, dann verliert man den Überblick. Es ist immer gut,
einen Schritt zurückzutreten", rät Klaus Schnocks-Meusen selbst den
Betrachtern seiner Bilder. Die Ausstellung
"Horizontalverschmelzungen" wird am Samstag um 17 Uhr eröffnet.
Es spricht Andrea von Bardeleben. Zu sehen sind die Bilder noch bis 9.
Oktober (mi, so 15-17 Uhr).
FH
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| Ausstellungseröffnung
am Sa., den 17. 09. um 17.00 Uhr
Horizontverschmelzungen
Analysiert
man die Bilder des niederrheinischen Malers Klaus Schnocks-Meusen, so
liegt der von dem Philosophen Hans-Georg Gadamer geprägte Begriff der
"Horizontverschmelzung" nahe. Diese Horizontverschmelzung findet
in den Werken des Künstlers auf mannigfaltige Weise statt. Fragmente aus
verschiedenartigsten Kulturen scheinen hier miteinander zu verschmelzen:
Ägypten, die Karibik, die italienische Renaissance, die australischen
Aborigines, afrikanische Stämme, die Maoris aus dem Pazifik, archaische
Menschen vor den Kuppelbauwerken Venedigs. In den Bildern des Malers wird
das Raum-Zeit-Kontinuum, das diese eindrucksvollen Ausprägungen
menschlicher Kulturleistungen voneinander trennt, aufgehoben. Die Ethnien,
die vom Maler hier zusammengeführt werden, vermischen sich aber
keinesfalls zu einem gesichtslosen "Multikultibrei", sondern
behalten ihre jeweiligen Besonderheiten bei. Es gibt, so könnte man aus
diesen Bildern folgern, keine Rangfolge zwischen den Kulturen, sondern
Gleichwertigkeit.
Das Bindeglied dieser Szenarien ist die Spiegelung der Architektur, die
hier gegensätzliche Perspektiven in einem einheitlichen Bildgefüge
vereinigt. Spiegelungen sind für Schnocks-Meusen wesentliche
kompositorische Mittel. Sie tauchen in vielen seiner Werke auf.
Symmetrische Achsen durchdringen sich wechselweise und verbinden bisweilen
Bildzonen, die sich ohne diese Spiegelungen wie bei einer Collage schroff
voneinander abgrenzen würden. Die einzelnen Werke sind untereinander
ebenfalls durch Spiegelungen verbunden, denn gleiche Figuren und Fragmente
tauchen in unterschiedlichen Arbeiten in jeweils anderem Kontext auf.
So entstehen Bildwelten im bipolaren Spiel der Zeiten, wo sich Malerei der
Tradition verpflichtet fühlt. Der Maler als Beobachter, Erzähler und
Chronist und nicht zuletzt als Visionär. Teilen Sie unsere Visionen,
besuchen Sie die Ausstellung und verschmelzen Sie die Horizonte. |
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